Kündigungsfristen bei Versicherungen

Wenn Sie zu viele Versicherungen abgeschlossen haben, oder mit den Leistungen der Gesellschaft unzufrieden sind, können Sie den Vertrag in der Regel kündigen. Dabei gibt es jedoch einiges zu Beachten. Wichtig ist es unter anderem, die Kündigungsfristen bei Versicherungen und die einzelnen Regelungen der individuellen Police zu beachten.

Ordentliche Kündigung bei Versicherungen

Kündigungsfrist bei VersicherungenFür die Kündigung von Versicherungen gibt es übrigens keine einheitliche Regelung. Oft hat man Versicherungen vor vielen Jahren abgeschlossen, die Beiträge haben sich über die Jahre erhöht oder die Leistungen entsprechen nicht mehr den Vorstellungen. Auch ein Preisvergleich kann dazu führen, dass Versicherte die Gesellschaft oder den Vertrag wechseln möchten, weil eine andere Versicherung günstiger ist.

Die Art der Versicherung gibt meist schon einen guten Anhaltspunkt, zu welchem Termin gekündigt werden kann. Dennoch sollten Sie darüber hinaus die Vereinbarungen in der Versicherungspolice prüfen, bevor Sie Ihre Kündigung aufsetzen.

Reguläre Kündigungstermine

Bei fast allen Versicherungen ist eine Kündigung zum Jahresende möglich. Maßgeblich ist meistens der Termin 30. September bzw. der 30. November bei KFZ-Versicherungen.

Der Kündigungstermin am 30. September gilt für folgende Versicherungen:

  • Hausratversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Unfallversicherung
  • Wohngebäudeversicherung

Der 30. November ist für die KFZ-Versicherung vorgesehen.

Eine weitere Ausnahme bildet die Lebensversicherung. Hier gilt bei den meisten Gesellschaften das Ende der laufenden Versicherungsperiode, die sich an der Zahlungsweise (jährlich, halbjährlich, quartalsweise oder monatlich) orientiert.

Die Kündigungsfristen bei Versicherungen beachten

Kündigungsfristen bei VersicherungenAls allgemeiner Richtwert kann hier von 3 Monaten vor Ende des Versicherungsjahres ausgegangen werden. Das heißt, die Kündigung muss dem Versicherer drei Monate vor dem Kündigungstermin vorliegen. Ausgenommen die KFZ-Versicherung, hier geben die meisten Gesellschaften 1 Monat Kündigungsfrist vor.

Wenn Sie sich entscheiden, Ihre Versicherung zu kündigen, sollten Sie dennoch einen kurzen Blick auf die Vertragsbedingungen der Police werfen, denn manche Gesellschaften regeln dort die Kündigungsfrist eigens. Schreiben Sie sich die Termine bestenfalls gleich in einen Terminplaner, so können Sie nicht vergessen, die Kündigung rechtzeitig abzuschicken.

Generelle Formulierung im Kündigungsschreiben

Sollten Sie sich über die Kündigungsfrist oder den Kündigungstermin im Einzelfall unsicher sein, können Sie im Kündigungsschreiben eine offene Formulierung verwenden. Schreiben Sie beispielsweise:
„Hiermit kündige ich den Versicherungsvertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“
Fordern Sie immer eine Kündigungsbestätigung des Versicherers, so können Sie die Kündigung im Zweifelsfall nachweisen.

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Versicherungen mit Mindestlaufzeit

KündigungsfristenBei manchen Versicherungen wird im Vertrag eine Mindestlaufzeit abgeschlossen. Auch sie spielt eine Rolle bei der Kündigung. Für alle Sachversicherungen wurde 2008 ein Gesetz verabschiedet, das die Mindestlaufzeit auf maximal 3 Jahre reduziert. Je nach Versicherungsgesellschaft kann diese Laufzeit kürzer sein, darf aber nicht länger sein. Längere Vertragslaufzeiten gelten meist für Versicherungen, die mit Sparplänen arbeiten.

Lebens- oder Rentenversicherungen beispielsweise werden in der Regel mit einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren geschlossen. Hier sollte bei einer vorzeitigen Kündigung sehr gut geprüft werden, welche Regelungen die Gesellschaft dafür vorsieht.

Oft ist eine Kündigung mit Kosten für den Kunden verbunden, zumindest jedoch verliert man fast immer einen Teil der angesparten Summe. Bei vielen Versicherern kann man einen solchen Sparplan auch „ruhend stellen“, wenn die finanzielle Situation zur Zeit keine Einzahlung ermöglicht. Diese Variante ist für den Versicherten oft die bessere Alternative als eine Kündigung.

Kündigungsform

Die Kündigung einer Versicherung sollte wie jede Kündigung schriftlich erfolgen. Das kann somit per Brief, Fax oder E-Mail sein. Um die Kündigungsfrist der Versicherung einzuhalten, ist außerdem der Termin maßgeblich, an dem die Kündigung beim Versicherer vorliegt. Daher sollte man bei Kündigungen per Mail oder Fax einen Nachweis der Zustellung ausdrucken, bei Postversand kann ein Einschreiben sinnvoll sein. Die Gesellschaft sollte unbedingt eine Kündigungsbestätigung ausstellen.

Sonderfall Außerordentliche Kündigung

außerordentliche KündigungJede Versicherung kann auch außerordentlich von beiden Seiten gekündigt werden. Dieses Recht greift zum Beispiel beim Autoverkauf. In dem Fall wurde der versicherte Gegenstand verkauft, das Verkaufsdatum entspricht dem Enddatum des Versicherungsvertrages.
Außerordentliche Kündigungen sind in der Regel auch bei Beitragserhöhungen möglich.

 

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